Sonne, Schleuse & Sonnenbrand
Anreise – oder: Die Sache mit dem Steuer
Am 15.08.2025 begann unser großes Abenteuer. Marc, Anton, Yannik und Laura fuhren mit den Booten voran nach Osterholz-Scharmbeck. Dort wurden die Boote im Eiltempo aufgeriggert. (Man munkelt, es ging so schnell, dass selbst ein Zeitraffer ins Schwitzen gekommen wäre.)
Natürlich wäre es keine echte Ruderfahrt ohne ein kleines Missgeschick: Wir hatten ein Steuer vergessen. Aber kein Problem – kurzerhand wurde der Paddelhaken als Steuer umfunktioniert.
Sehr zur Freude von Marc, der sich mit dem improvisierten Steuer wie ein Kind an Weihnachten fühlte. Währenddessen trudelten auch Jana, Gerrit, Peter, Annika, Andrei und Christina ein.
Die Zimmer der Jugendherberge konnten wir erst nach dem Essen beziehen – vorher hätte uns der Bärenhunger sonst wahrscheinlich die Tür eingerannt. Abends gab es noch Geburtstagsstimmung. Annika wurde mit Kerze und einem Bahlsenkuchen gefeiert – ein kulinarisches Meisterwerk, das fast schneller verputzt war als die Boote zuvor
aufgeriggert wurden.

Krönender Abschluss des Anreisetages: Eine Nachtwächterwanderung.
Nach einer Sprinteinheit – weil unser Fahrtenleiter sich die falsche Zeit gemerkt hatte – erkundeten wir kurzerhand auf eigene Faust die Stadt.
Unser Nachtwächter war … sagen wir mal … „einzigartig“.
Wir vertrieben uns die Zeit, indem Jana und Laura versuchten, Yanniks Schnürsenkel ungesehen zu öffnen – leider mit mäßigem Erfolg. Doppelschleife. Wir wurden erwischt.
Derweil erzählte der Nachtwächter mit so viel Leidenschaft, dass wir mehr lachten, als dass wir zuhörten. Aber hey – Humor ist ja auch eine Form von Bildung.
Tag 2 – Auf der Hamme in Richtung Muskelkater – äh nein, Richtung Weser
Früh raus, ab in den Bus, auf zu Tietjens Hütte – nein, damit ist nicht Annikas Wohnzimmer gemeint, auch wenn der Nachname passt.
Unser Startpunkt auf der Hamme wartete und mit ihm ein perfekter Rudertag: sonnig, warm und ideal geeignet, um Sonnenbrand zu riskieren.

Besondere Highlights:
- Schleusenabenteuer: Lief nicht ganz wie im Bilderbuch, eher wie in einem Comic. Aber am Ende haben wir es geschafft, ohne dass jemand baden ging.
- Flusswechsel: Der Übergang von der Hamme in die Lesum war so unspektakulär, dass wir bei unserem Wahnsinnstempo kaum merkten, dass hier zwei Flüsse eigentlich zusammenfließen.
- Ruder-Stopp beim Vegesacker Ruderverein: Die Lunchpakete gaben neue Energie, zumindest theoretisch. Praktisch lag der ganze Trupp verteilt auf dem Rasen und schwebte irgendwo zwischen Wachkoma und Mittagsschläfchen.
- Strömung à la Bremen – ein Fluss ohne Regeln: Mit dem Tiefstand des Wassers, nicht der Motivation, schlich sich eine kurze Flaute ein. Doch mit aufkommender Flut stieg das Wasser und wir schipperten Richtung Bremen, als wäre nichts gewesen.
- Weser-Tour: Plötzlich Großstadt-Feeling! Von kleinen Motorbooten über Frachter bis hin zu stolzen Seglern – wir hatten alles im Gegenverkehr. Zwischendurch gab’s sogar Sightseeing-Tipps von unserem Mitruderer Stefan. Als unser Kontaktmann vor Ort und als passives Vereinsmitglied war er der perfekte Insider.
An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön, Stefan!

Das Tagesziel war der Bremer Sport-Club. Nachdem wir die Boote aus dem Wasser geholt und sicher auf den Rasen gelegt hatten, stand noch ein 2-km-Fußmarsch zurück zur Jugendherberge
an. Mit Sonnenbrand und den ersten Anzeichen von Muskelkater fühlte sich der Marsch eher wie ein Marathon an – fast schon wie ein olympischer Kraftakt, jedoch nicht ganz unsere Disziplin. Unsere Schrittzähler waren an dem Wochenende jedenfalls im Ausnahmezustand – zu wenige Schritte haben wir ganz sicher nicht gemacht.
Am Abend noch Gemeinschaftsspiele, wobei die meisten schon beim zweiten Spiel geistig im Tiefschlaf waren.
Tag 3 – Der entspannte Ausklang
Am Morgen warteten nur noch 8 km Rudern auf uns, diesmal ohne Drama, Schleuse oder Frachter-Slalom.

Danach hieß es: Sachen packen, zurück ins Vereinsheim, Boote abladen und wieder aufriggern.
Wie man so schön sagt: Viele Hände, schnelles Ende – alles war im Handumdrehen erledigt.
Fazit:
Eine Wanderfahrt voller Sonne, Schleuse, Steuer-Kreativität, Nachtwächter-Weisheiten und jeder Menge Muskelkater. Wir hatten Spaß, wir haben gelacht – und spätestens beim nächsten Mal nehmen wir drei Dinge sicher mit: Sonnencreme, Steuer und eine Extraportion Kuchen.


