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Wanderfahrt auf Saar und Mosel


Vom 28. August bis 5. September machten sich 14 RCS-ler auf zur großen spätsommerlichen Wanderfahrt auf einer der schönsten Touren bundesweit. Wir starteten in Saarbrücken und ruderten bis Cochem. In sechs Tagen sollten 240 Kilometer gerudert – und dreizehn Schleusen passiert werden.
Landschaftlich sind Saarschleife und Moseltal einmalig mit ihrem Verlauf durch die engen und verschlungenen Mittelgebirgstäler. Die Landschaft ist sehr facettenreich und kleinteilig – hinter jeder Kurve wartet etwas Neues.

Die steilen Berghänge sind erst oft dicht bewaldet – immer wieder durchbrochen von schroffen, teilweise fast senkrechten Felsklüften – und im weiteren Verlauf der Tour dann immer dichter mit Wein bestockt. Burgen und Kapellen aus vergangenen Jahrhunderten thronen über den Talkurven – malerische Dörfer und Kleinstädte säumen den Flusslauf. Die Kultur des engen Moseltals ist geprägt durch den Weinanbau.

Ruderisch ist die Strecke teilweise doch etwas anspruchsvoll und fordert neben Kondition ein gewisses Maß an Erfahrung: Mosel und Saar sind Schifffahrtsstraßen – und bei Gegenverkehr der Großschifffahrt kann es stellenweise manchmal recht eng werden. Dazu müssen die Schleusen sicher bewältigt werden, mit Fallhöhen bis zu 14,5 Metern – und die enge, verschlungene Tallage kann bei starkem Wind durchaus zu kritischen Bedingungen führen. Dementsprechend nahmen an der Fahrt nur erfahrene Vereinsmitglieder teil (allesamt mit großem oder kleinen Obmann, mit Erfahrung auf Flüssen und Schifffahrtsstraßen – und entsprechender Wandererfahrung).

Drei Boote wurden in täglich wechselnden Besetzungen und unter täglich wechselnden Obleuten gefahren: Troll 2x+, Nordstern 3x+, Löwenboot 4x+.
Organisiert und vorbereitet wurde die Fahrt von unserem Ruderwart Reinhard Fahl, dessen beindruckende ruderische Lebenserfahrung für sich steht – und der die Fahrt in allen Details nicht komfortabler hätte vorbereiten können. Dafür ausdrücklich einen besonders großen Dank von allen Mitgliedern der Fahrtengemeinschaft! Alles lief wie am Schnürchen,  jede Station und Übernachtung war allerbestens vorbereitet. Die Boote hatten Karten und Übersichtspläne mit an Bord – inkl. Etappenkilometern, Schleusentelefonnummern, etwaigen Anlegestellen für Pausen, etc.

Auch Marc Dreier war dabei, unser zweiter Vorsitzender und Schriftführer, der mit seiner lebenslangen Wanderrudererfahrung ebenso ein gutes Maß an Sicherheit und Ruhe in die Fahrtengruppe brachte. Keine Unwägbarkeiten, keine unvermittelt heftigen Wellen an Anlegestellen – und kein Wetter, durch das er die Boote im Zweifel nicht souverän zu führen verstand – und hier und da im richtigen Moment auch zu beschützen.

Das Fahren des Transports und die eine Hälfte des täglichen Landdienstes übernahm Dieter – ganz in seinem Element – wie immer mit größtmöglicher Sicherheit und Bravour. Auch hierfür unseren ausgesprochenen und größtmöglichen Dank und Respekt! Alles fluppte wie am Schnürchen – unterwegs wurde der Hänger nach einem Bruch an der Halterung der Lichtleiste erfolgreich repariert – und auch sonst: Dieter hatte immer ein offenes Herz und Ohr – und eine pragmatische Lösung für jedes neue Problem – egal, wie klein oder groß.   

Neben Marc und Nico, die die Strecke in ihrer Jugend beide mehrfach gefahren sind und so zumindest aus der Erinnerung grundlegende Streckenkenntnis hatten, stammt unser Vereinsmitglied Frank S. aus dem Moseltal – und konnte somit ganz andere Beiträge liefern und viele Fragen beantworten. Bei der Mittagspause in Traben-Trabach überraschte uns Frank unterstützt von einem Jugendfreund stilgerecht zu einer hochkarätigen Weinverköstigung, die sicherlich als ein Highlight in die Erinnerungen der Fahrt eingehen wird. Danke Frank!

Was die Übernachtungen anging, war die Fahrt ursprünglich als „klassische“ Wanderfahrt geplant, also mit Übernachtungen in Zelt oder in Bootshäusern. Gesundheitlich bedingt kam es hier aber im Vorfeld zu Änderungen und somit zu einer heterogenen und recht bunten Struktur der Übernachtungen auf Campingplätzen, in Bootshäusern und Jugendherbergen – aber eben auch in Pensionen und Ferienwohnungen, um deren Buchung sich Jürgen kümmerte.

Auch kulinarisch hatte die Reise einiges zu bieten: Wer geglaubt hatte, auf dieser sechstägigen Fahrt Gewicht reduzieren zu können, lag falsch: Frühstück, Mittagsverpflegung vom Landdienst – und fast jeden Abend ein neues kulinarisches Highlight der Gastronomie taten ihr übriges – wir frönten dem guten Speisen in all seinen Geschmäckern und Facetten ausgiebig und hingebungsvoll.

Kontakt zu anderen Rudervereinen hatten wir an einigen Stellen, beginnend in Saarbrücken, wo die Saarbrücker Rudergesellschaft Undine ihr einhundertjähriges Jubiläum feierte. Wir passierten die Vereine Saarburger RC und RG Trier. Ab Trier trafen wir auf die Jugendabteilung des Elmshorner Ruder-Club, ebenfalls auf Wanderfahrt, deren Etappen teilweise parallel zu unseren verliefen und mit denen wir gemeinsam im Bernkasteler RV übernachteten, wo wir herzliche Gastfreundschaft genießen durften.
Im Ruderverein Zell, dessen Steg End- bzw. Startpunkt der 5. und 6. Etappe bildete, hatten wir gute Gespräche mit dem Vorsitzenden und einigen Ruderinnen – auch hier erlebten wir herzliche Gastfreundschaft und uns wurde mit Werkzeug für die Reparatur des Hängers ausgeholfen.

Nicht unerwähnt bleiben soll eine ebenso herzliche Begegnung mit zwei Altherren des Koblenzer Ruderclubs Rhenania, auf die wir unter starkem Wind bei der Erkundung der Bootsschleuse an der Staustufe St. Aldegund trafen.

Apropos Wetter: Auch die schönste Tourenstrecke macht bei starkem Wind und Dauerregen wenig Freude. Auch große Sommerhitze kann das Bewältigen der Strecke erschweren. Wettertechnisch hatten wir bestes Glück: Viele Sonnenstunden, aber nie zu heiß – nachts oft Sternenhimmel. Auf zwei Etappen machte uns der Wind etwas zu schaffen und forderte die Steuerleute und Rudernden. Von Regen blieben wir weitestgehend verschont, bis auf zwei kurze Schauer auf Wasser – und einen sprichwörtlichen Wolkenbruch beim Zeltaufbau in Cochem.

Nach sechs langen, aber kurzweiligen Rudertagen erreichten wir wohlbehalten Cochem, das Ziel unserer Fahrt. Dort riggerten wir die Boote ab und fuhren am nächsten Tag heim nach Schieder.

Danke an Reinhard Fahl als Fahrtenleitung und an alle Mitglieder der Fahrtengemeinschaft für die ausgesprochen schöne, kameradschaftliche und gelungene Fahrt! Bis bald auf dem Weg zu neuen Abenteuern und weiteren ruderischen wie landschaftlichen Highlights!