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Wanderfahrt

RCS rows Ostsee

A. Wohin? – der Ort

„Stralsund hat mehr zu bieten als den Hafen.“

Zum Beispiel einen sehr gastfreundlichen Ruderclub, in dem wir uns 4 Tage und Nächte super versorgen und nächtigen konnten. Mike und Dagmar versorgten uns mit 5 Coastal Rowing Booten, Neumi (5. v.re) erwartete uns nach jeder Tagestour mit Kaffee!

Die Hafentage boten jede Menge Unterhaltung, diverse 200m-Regattas, Seenotrettungs-Shows mit rotem Nebel, und vor allem intensive Technomusik- Beschallung beim Schlafe, getoppt nur durch die wummernden Bässe im Haus selbst durch eine private Geburtstagsfeier bis in den frühen Morgen. Stralsund ist eine schöne Stadt mit faszinierenden alten Gebäuden, die von seiner Hanse-Geschichte zeugen. Das konnten wir auf dem abendlichen Weg zu hervorragenden Restaurants, vor und nach leckerem Essen, quasi nebenbei genießen.

B. Was? – die Touren

Do, 4.6. nach Osten: bei Wind und Wellen durch die Brücke, die nach Rügen führt, schaukelten wir auf dem Strelasund. Es war abenteuerlich und gar nicht mal so einfach zu rudern.

Da uns das für 16 Uhr angekündigte Gewitter im Nacken saß, drehten wir kurz nach der Halbinsel Devin am Wasserwanderrastplatz Niederhof um und kämpften uns zurück nach Stralsund, der Seeadler auf interessantem Zickzackkurs.  Just in time! Dann aber Donner, Blitz und Regenguss. Puh, gerade noch geschafft! => 28,3 km gerudert.

Fr, 5.6.: nach Norden: an der Küste entlang, vorbei an Klausdorf bis zum Aussichtsturm bei Barhöft. Auf dem Aussichtsturm des NaBu konnten wir über die Inseln, die Bodden und die Ostsee blicken, und Dietmar hielt uns einen fachkundigen Vortrag, von weit oben über weite Zeitabschnitte, über diese artenreiche und schützenswerte Landschaft. Danach dürfen alle bei Nieselregen zur Belohnung in den NaBu-Info-Spielbereich ‚Boddenlandschaften‘. => 35 km gerudert.

Sa, 6.6. nach Nord-Nord-Osten: bei strahlender Sonne und spiegelglattem Meer überquerten wir den Kubitzer Bodden – Wasser soweit das Auge reicht, glatt wie eine Eisfläche, in der sich die Wolken spiegeln, und wir in den Booten, zwischen Himmel und Meer …

… bis zum Dörfchen Waase auf der Insel Ummanz, das schon zu Rügen gehört. Im Café Kutterschnute genossen wir eine in jeder Hinsicht lohnende Pause. Vom Boot aus könnte die Erde heute eigentlich auch flach sein. Fast wären wir runter gefallen… Auf dem Rückweg, kurz vor Stralsund, erinnerten uns aufkommender Wind und Wellen daran, wie sich Rudern auf dem Meer anfühlt… => 36 km gerudert.

C. Womit? – die Boote

2 Vierer: Seeadler, Albatros; 2 Zweier: Seeschwalbe, Hurrikan; 1 Einer: Monsun

Der sich eindrucksvoll mit weiß-blauem Rumpf aus dem Wasser erhebende Albatros, weiblich, machte dem sehr bewegungsfreudigen männlichen Seeadler Konkurrenz, der im Zickzackkurs und im Walzertanz kreisend durch die Wellen pflügte. Bei einer geschlechtergemischten Neubesetzung der Vierer wurde dann auch auf die Beinlänge der einzelnen Insassen im Boot geachtet. Leider nicht auf ihr Gewicht! Unterwegs nach Barhöft taucht der Albatros bedenklich ab und muss im Schilf notlanden und entwässert werden. Gewichtstechnisch umbesetzt konnte der Albatros später dann wieder fliegen. Der Seeadler brauchte auch weiterhin eine zarte Hand am Steuer, um nicht aus der Reihe bzw. Walzer zu tanzen. „So ein Coastal Vierer bei ruhiger See ist wie ein Rollator auf Wasser.“ (Urheber des Zitats möchte aus Selbstschutz-Gründen anonym bleiben.)

Im Hurrikan wirbelten immer neue Zweierteams durch, sodass man beim Hinschauen quasi rot sah (aber nur wegen der Bootsfarbe). In der Seeschwalbe zwitscherten diverse Ruderduetts, mal lauter, mal leiser, elegant übers Wasser.

Ganz gemäß der Definition von Monsun drehte Julia mit wechselnder Windgeschwindigkeit, also „wie der Wind“ und äußerst wendig im Laufe des Tages, also mittags, die Richtung um 180° Grad. Gelegentlich mutierte sie zum Hütehund und umrundete die langsameren Vögel, um die Bootsherde zusammenzuhalten. Der gelbe Flitzer wurde ihr nur für zwei Strecken von Reinhard streitig gemacht, ansonsten waren Julia und Monsun ein Dreamteam.

Um die schweren Coastal Rowing Boote ins und aus dem Wasser zu hieven, brauchten wir Bootswagen. Dafür gab es ein Bootswagen-Heinzelmännchen: Ulrich war stets zur Stelle um zu helfen, und überhaupt eine große Bereicherung für die Truppe – mit der gebührenden Distanz seines Wohnmobils. Auf der nächsten Fahrt rudert er aber bestimmt mit!

D. Wer? – Die komischen Vögel

Einzigartig und liebenswert! Lauter wunderbare komische Vögel bildeten ein großartiges Team.