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Wanderfahrt

Teufelsmoorrallye

Bei dieser Rallye steht nicht Tempo im Vordergrund, sondern die von 9 bis 16 Uhr zurückgelegte Gesamtstrecke als Vereinswertung. Für den Verein mit den meisten Kilometern gibt es nämlich eine Trophäe in Form eines Torfkahns. Dafür muss das Team aber schon eine Tagesstrecke von etwa 1.000 km errudern. Für unsere kleine Delegation kann das kein Ziel sein. Deshalb helfen wir den Gastgebern gerne erst beim Aufbau der Bierzeltgarnituren, ehe wir mit dem Leihboot aufs Wasser gehen.

Wir fahren zuerst stromauf Richtung Teufelsmoorschleuse. Die Strömung ist so gering, dass es sich wie Rudern auf einem stehenden Gewässer anfühlt. Die Hamme entwässert das Teufelsmoor zwischen Worpswede und OSCH, ihr Wasser ist schwarzbraun. Es riecht aber nicht moorig.

Der Himmel und das flache Land spiegeln sich im Wasser. Wir sind allein auf weiter Flur und genießen die Stille der Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Die wenigen Häuser in Ufernähe sind meist Lokale, die zu Zeiten der alten Torfschiffer bereits Rast- oder Zollstellen waren. Der Torfabbau ist Geschichte, aber überall präsent. Im Verlauf des Tages sehen wir viele touristisch genutzte Nachbauten der historischen Torfkähne.

Bis zur Schleuse begegnen wir nur zwei Ruderbooten. Nach der Wende hingegen ändert sich das schlagartig. In kurzen Abständen folgt ein Boot aufs andere. Die Hamme ist breit genug, um gefahrlos zu passieren. Mit unseren Cowboyhüten erregen wir viel Aufmerksamkeit. „Woher kommt ihr?“ wollen einige wissen. „Aus dem wilden Westfalen“ lautet unsere schlagfertige Antwort. Aber auch freudige Begrüßungen schallen uns entgegen.

Nach 23 km erreichen wir wieder das Bootshaus. Nach einer kurzen Pause fahren wir noch stromab bis zur Ritterhuder Schleuse und sind nach der Rückkehr weitere 9 km gerudert. Bis zum Annahmeschluss der Stempelkarten verbleiben zwar noch 2 Stunden, aber wir lassen es gut sein und gehen lieber zum kulinarischen Teil über. Salate und Wurst vom Grill gibt es draußen auf der Bootshauswiese, sie sorgen für eine Grundsättigung. Anschließend haben wir im Obergeschoss des Bootshauses die Qual der Wahl bei über 30 verschiedenen Kuchen. Gut gesättigt genießen wir noch einen Augenblick den Ausblick vom Balkon, ehe wir uns zufrieden auf den Heimweg machen.