Berlin mal anders

05-12-2019 21:21 von Administrator

Reisebericht von Anke

Berlin ist ja bekanntlich immer eine Reise wert. Von den meisten von euch dürfte die Hauptstadt schon mal zu den unterschiedlichsten Anlässen besucht worden sein. Fünf Tage erlebten 15 Ruderer unseres Vereins Anfang Oktober die Hauptstadt mal aus einer ganz anderen Perspektive. Am Mittwoch, den 2. Oktober, starteten wir gen Osten. Am Bootshaus am Wannsee wurden wir von Knut Teuber, dem Organisator der Tour, erwartet.

Mit vier Booten erkundeten wir an den folgenden Tagen zahlreiche Wasserstraßen durch und um Berlin und waren erstaunt, dass die Hauptstadt so viele Wasserstraßen, Seen, Kanäle und Flüsse zu bieten hat. Eines der Boote war bereits von Andrea, Anja und Reinhild vom Berliner Ruderclub Welle Poseidon auf kurzem Weg über den Wannsee Richtung Ruderclub am Wannsee gebracht worden.

An unserem ersten Rudertag fuhren wir in zuvor eingeteilten Mannschaften durch die Wannsee-Seenkette Richtung Teltowkanal. Die Wassertemperatur war bereits am frühen Morgen durch Ingrid und Andrea schwimmend getestet und für gut befunden worden. Nach Durchfahrt der Schleuse Kleinmachnow und des Machnower Sees ging es weiter auf dem Teltowkanal, vorbei an Industrieanlagen und dem Jacobs-Werk in Neukölln. Während der Vorbeifahrt bei dem weltbekannten Kaffeeröster wurde der Wunsch nach einer Tasse Kaffee durch den intensiven Kaffeegeruch bei vielen Ruderern verstärkt. Allerdings blieb für eine Kaffeepause keine Zeit, hatten wir doch noch einige Kilometer zurückzulegen. Die Bezirke Zehlendorf, Steglitz, Tempelhof und Neukölln wurden auf der etwa 32 Kilometer langen Route durchquert. Die Fahrt endete an der Treptower Rudergemeinschaft, wo die Boote über Nacht verblieben. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fuhren wir zu unserem Ausgangspunkt am Wannsee zurück.

Die nächste Etappe startete am Gelände der Treptower Rudergemeinschaft. Nachdem die Boote vorbereitet waren, ging die Fahrt über die Spree nach Kreuzberg zur Oberschleuse. Imposant hier die Treptowers mit der Wasserstatue „Molecule Man“ mitten in der Spree. Es erfolgte eine Schleusung in den Landwehrkanal, durch Kreuzberg nach Tiergarten. Bei der wohlverdienten Pause auf dem Restaurantschiff „van Loon“, konnten wir leckere Torte und echte Berliner Currywurst genießen. Frisch gestärkt ruderten wir vorbei am deutschen Technikmuseum, mitten durch Kreuzberg, bis zur Unterschleuse und weiter über die Spree. Auf Wunsch der Ruderer wurde die längere Strecke, vorbei an Schloss Charlottenburg, gewählt. Nur leider war das Schloss von der Spree aus nicht zu sehen. Die Boote verblieben über Nacht beim Märkischen Wassersport. Im Regen, der uns Wassersportlern natürlich nichts anhaben konnte, machten wir uns auf den Weg zu Bergers Bootshaus. Dort erwartete uns bei knisterndem Kaminfeuer eine gemütlich eingedeckte lange Tafel. Der Kamin war in Sekundenschnelle von zahlreichen (feuchten) Schuhen umlagert.

Samstagmorgen begann die Tour bei wesentlich besserem Wetter direkt am Bootshaus des Märkischen Wassersportes. Sie führte uns durch den Hohenzollernkanal und den Tegeler See zunächst zum Ruderclub Tegel. Nach einer kleinen Stärkung ging es zurück zur Havel. An der Schurre bei der Spandauer Schleuse wurden die Boote über einen auf Schienen laufenden Rollwagen per Seil befördert und die Fahrt auf der Havel fortgesetzt. Am märkischen Ruderverein, dem Verein von Knut, wurde eine weitere kleine Pause eingelegt. Die verbrauchten Kohlenhydrate wurden am späten Nachmittag mit deftiger Suppe und selbstgebackenem Kuchen im Ruderclub Welle Poseidon wieder aufgefüllt, wo wir herzlich in Empfang genommen waren. Nach einer letzten kurzen Überfahrt über den großen Wannsee erreichten wir in der Dämmerung unser Quartier, wo kurzerhand der Flur der oberen Etage in einen Aufenthaltsraum umfunktioniert wurde. Nach den vielen Kilometern, den besonderen Eindrücken und den netten Menschen, die dabei waren, schmeckte der Wein hier sogar aus Plastikbechern.

Sonntagmorgen stiegen wir ein letztes Mal in die Boote und fuhren am Schloss Babelsberg vorbei bis zur Glienicker Brücke. Wir bestaunten auf der Fahrt zahlreiche wunderschöne Villen mit eigenem Zugang zum Wasser. Ein Traum für jeden Wassersportler. Von der Glienicker Brücke ging es Richtung Pfaueninsel. Aufgrund der zahlreichen Touristenschiffe, Motorboote und Segelschiffe waren die Steuermänner und Frauen hier besonders gefordert. Durch den großen Wannsee, mit einem letzten Blick auf das altehrwürdige Strandbad, ging es zurück zum Bootshaus am Wannsee, wo die letzten Vorkehrungen für die Rückfahrt getroffen wurden.

Für mich, als völliger Ruderneuling, war es eine tolle Erfahrung. Es hat großen Spaß gemacht.

Ein herzliches Dankeschön auch noch einmal an Knut für die super Organisation.

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